Obwohl es in erster Linie mein Ziel ist Boa constrictor so zu erhalten wie sie in der Natur vorkommen habe ich mich dazu entschlossen, aufgrund dem wachsenden Interesse die beliebtesten Mutationen von
Boa constrictor auf dieser Seite vorzustellen.

 

Boa Morphs

Unter einen "Morph" versteht man einen Gendefekt oder Genmutation die das Erscheinungsbild des betroffenen Tieres von den anderen Vertreter seiner Art unterscheidet. Um als Morph bezeichnet zu werden muss diese Mutation vererbbar sein.

 

Albino - Original

Bei amelanistischen Tieren (Albinos) wird auf Grund eines Gendefekts die Pruduktion von schwarzen Farbpikmenten (Melanin) unterdrückt. Dadurch entsehen auch die Albino-Typischen roten Augen. Als erstem gelang Peter Kahl aus den USA die Zucht von so einem Tier. Daher wird sie neben der "Original" Linie auch "Kahl" Linie genannt. Kahl Albino
Vererbung: Einfach Rezessiv
Foto: Freek Nuyt

 

Albino - Sharp

Die von Brian Sharp gezüchtete Albino Linie ist zwar der Original-/Kahl- Linie optisch sehr ähnlich, aber Genetisch nicht miteinander kompatibel. Grund dafür ist ein Defekt eines andern Gens. Hingegen es bei Original-Albinos ab und zu auch zu unerwünschten Mutationen kommt, wie zB nur ein Auge. So sind bei den Sharp-Albinos solche Mutationen nicht überliefert.

Sharp albino
Vererbung: Einfach Rezessiv
Foto: Chris Gilbert

 

Albino - T+

Das T beim T+ Albino steht für das vorhanden sein der Aminosäure Tyrosin (=Tyrosin Positiv). Tyrosin ist notwendig für die Produktion von Melanin und fehlt bei den „Normalen“ Albino Varianten. Dadurch haben T+ Albinos auch keine roten Augen und können auch schwarze Sprenkeln entwickeln. Auch die Albino Typischen Farben Gelb und Rot erscheinen beim T+ Albino dunkler. Als Babys sind diese Albinos eher blass und unscheinbar, sie gewinnen aber im Alter immer mehr an Farbe und Kontrast. T+ Albino
Vererbung: Einfach Rezessiv
Foto: Jeremy Stone

 

Anery - Typ 1

Anerythristischen Tieren fehlen die roten Farbpigmente. Bei Babys dominieren hauptsächlich schwarze und braune Frabtöne. Im zunehmenden Alter kommt immer stärker die farbe Gelb zum Vorschein. Typisch für adulte Anery Boas ist eine gelb-bräunliche Färbung.

Anery Typ1
Vererbung: Einfach Rezessiv
Foto: Jeremy Stone

 

Anery - Typ 2

Typ 2 Anery Boas unterscheiden sich teilweise durch eine dunklere Färbung von Anery Boas des Typ 1. Außerdem entwickeln sie im Alter keine Umfärbung ins Gelbe. Daher gehen viele davon aus, dass Anery Typ 2 Boas auch axantisch sind, also keine gelben Farbpigmente entwickeln können. Ob dies wirklich der Fall ist, wird man erst in ein paar Jahren genauer wissen, wenn man sieht wie sich die bis jetzt noch nicht erfolgreich gezüchteten Blizzard Boas im Alter entwickeln.

Anery Typ2
Vererbung: Einfach Rezessiv
Foto: Chris Gilbert

 

Blood

Die Blood Boa stammt ursprünglich aus El Salvador. Sie wird bei vielen Versuchen Designer-Morphe zu züchten eingesetzt aber auch von ein paar wenigen Züchtern Reinrassig erhalten. Während andere Mutationen durch einen verringerten Schwarzanteil Tiere rötlich erscheinen lassen, so ist die Blood-Boa die einzige die rote Farbpigmente hinzufügt.

Blood Boa
Vererbung: Einfach Rezessiv
Foto: Jeremy Stone

 

Hypo

Als Hypo bezeichnet man ein hypomelanistischen Tier. Sie weisen eine verringerten Anteil an schwarzen Farbpigmenten auf. Dies hat den Effekt, dass es so scheint als ob die anderen Farben verstärkt werden. Hypomelanistische Tiere kommen vereinzelt in dem gesamten Verbreitungsgebiet von Boa c. imperator vor. In der Natur sind sie in Panama sogar relativ häufig anzutreffen. Als Co-dominante Farbform haben Hypos eine so genannte Superform, welch optisch aber nicht immer erkennbar ist. Hypo
Vererbung: Co-dominant
Foto: Jeremy Stone

 

Hypo - Salmon

Bei Salmons spricht man eigentlich von der gleichen Mutation wie bei den Hypos. Rich Ihle war Mitte der 90er Jahre der Erster der erkannt hat, dass es sich hierbei um eine vererbbare Mutation handelt und gab ihr den Namen Salmon. In der Regel werden Hypos aus der Zucht von Rich Ihle als Salmonboas bezeichnet, Andere hypomelanistische Tiere als Hypos.

Salmon
Vererbung: Co-dominant
Foto: Freek Nuyt

 

Hypo - Orange Tail

Ebenfalls die gleiche hypomelanistische Mutation wie bei den Salmons liegt bei den von Jeff Gee gezüchteten Orange-Tails vor. Hierbei handelt es sich um eine reine Zucht innerhalb der selben Blutlinie in der mittlerweile innerhalb der 6. Generation immer die schönsten Tiere miteinander verpaart wurden. Da in dieser Blutlinie keine südamerikanischen Boas eingezüchtet wurden, bleiben die Orange-Tails in der Regel kleiner als Salmon-Boas.

Orange Tail
Vererbung: Co-dominant
Foto: Chris Gilbert

 

Jungle

Jungle ist eine reine Zeichnungsmutation die aberrante Schwanz- und Sattelfleckenzeichnungen verursacht. Die Ausprägung ist aber starken Abweichungen unterzogen, so kann es sein, dass ein Tier zwar eine Jungle-Boa ist aber kein aberrante Muster aufweist. Die Superform (Super-Jungle) weist in den meisten Fällen eine noch stärkere Abweichung von der normalen Zeichnung auf.

Jungle
Vererbung: Co-dominant
Foto: Jeremy Stone

 

Leopard

Bei einer Verpaarung zweier Boa c. imperator aus der Sanora Wüste wurde die Leopard Zeichnungsmutation entdeckt. Die Grundfarbe dieser Boas geht von einem dunklen Braun bis ins Schwarz, wobei der Körper mit weiss-gräulichen Sprenkeln und kleinen Kreisen übersät ist. Durch diese Leoparden ähnliche Zeichnung lag die Bezeichnung dieses Morphs auf der Hand.

Leopard
Vererbung: Einfach Rezessiv
Foto: Chris Gilbert

 

Motley - Typ 1 (Kolumbien)

Bei der Motley Boa handelt es sich um eine Farb- und Zeichnungsmutation. Merkmale der Typ1 Motley Boa sind die zu einem durchgehenden Band verschmolzenen Sattelflecken. Der Schwanz hat entweder ein "Leiter"-Muster oder führt als Streifen die Sattelfleckenreihe bis zur Schwanzspitze fort. Wichtige Merkmale sind außerdem Längsstreifen an den Flanken und ein einfarbiger Bauch ohne Sprenkeln. Die Superform (Super-Motley) ist Zeichnungslos Schwarz bis Grau. Motley + Super
Vererbung: Co-dominant
Foto: Jeremy Stone

 

Motley - Typ 2 /CA)

Eine weitere Form der Motley Mutation ist in Europa entdeckt worden. Die Eltern dieser Tiere waren zentralamerikanischen Ursprungs und daher sind die Tiere dieser Motley Variante kleiner als die der Kolumbianischen. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Varianten besteht zum Einem darin, dass bei den Typ 2 Motleys der Schwanz nicht zu einen Streifen oder einem "Ladder-Tail" zusammengeht und in einem leicht dunkleren Erscheinungsbild.

Motley CA
Vererbung: Co-dominant
Foto: Jeremy Stone

 

Pastel

Bei Pastel Boas gibt es viele verschiedene Variationen die auch Genetisch unterschiedlich sind. Auf dem Foto abgebildet sehen sie die von Freek Nuyt gezüchtete "Dutch Pastel" Variante. Pastel Boas sind in der Regel etwas kräftiger gefärbt als normale Boas und sauberer gezeichnet.

Dutch Pastel
Vererbung: Je nach Variante unterschiedlich
Foto: Freek Nuyt

 

Scoria

Eine der jüngsten Mutationen ist die Scoria Boa. Es handelt sich um eine orange-lachsfarbene Boa ohne Sattelflecken. Nur entlang den Flanken zieht sich ein Streifen, von weiss umrandeten schwarzen Flecken entlang des Körpers, diese Musterung bildet dann am Schwanz eine Zeichnung von schwarz-weissen Bändern.

Scoria Boa
Vererbung: Möglicherweise Co-dominant
Foto: Jeff & Jen Defoe

 

 

Designer Morphs

Durch die Kombination verschiedener Mutationen entstehen die so genannten Designer-Morphe. Aufgrund der immensen Kombinationsmöglichkeiten habe ich mich dazu entschieden nur eine kleine Auswahl genauer vorzustellen.

 

Ghost

Die Ghost Boa ist eine Kombination aus einer Anery Typ1 und einer Hypo Boa. Durch das fehlen roter Farbpigmente und dem reduzierten Schwarzanteil entsteht eine Boa die besonders als Jungtier wie ausgewaschen wirkt. Im Alter nehmen die Farben ein wenig zu. Im Vergleich mit der Anery Boa zeigt die Ghost viel hellere Brauntöne was sich besonders bei den Schwanzflecken zeigt. Ghost
Vererbung: Einfach Rezessiv + Co-dominant
Foto: Jeremy Stone

 

Snow / Blizzard

Aus einer Verpaarung von Albino + Anery Typ1 entstand die erste Snow Boa. Während Snow Babys noch zur Gänze weiss sind, nehmen sie im Alter immer mehr gelbe Farbtöne an. Dies liegt daran, dass bei dieser Kombination nur die Farben Rot und Schwarz unterdrückt werden. Es gab im Jahr 2007 schon einen Versuch so genannte Blizzard Boas mit einer Anery Typ2 Boa zu Züchten. Das Ergebnis waren ebenfalls weisse Babys. Da aber alle Blizzard-Babys Totgeburten waren konnte die farblich Entwicklung nicht beobachtet werden. Snow
Vererbung: 2x - Einfach Rezessiv
Fotos: Jeremy Stone
Neben Snow und Blizzard Boas gab es 2007 einen weiteren Versuch weisse Boas zu Züchten. Durch die Kombination einer schwarzen Supermotley und einer Albino Boa entstand das Tier am Foto nebenan. Obwohl auch hier schon Gelb am Rücken durchkommt wird es interessant zu sehen wie sich das Tier weiterentwickelt, da Supermotley Boas zeichnungslos sind.
Albino Supermotley

 

Sunglow

Eine der beliebtesten Designermorphe der letzten Jahre war die Sunglow Boa. Sie ist eine Kombination aus Albino und Salmon. Sunglows sind im Vergleich zu Albinos eine Spur heller, zeigen etwas mehr Rottöne und auch im Alter bleiben die Farben und Kontraste intensiver.

Sunglow
Vererbung: Einfach Rezessiv + Co-dominant
Foto: Freek Nuyt

 

Sunset / Hypo Hog

Der Theorie nach entsteht bei einer Verpaarung von einer Salmon und einer Hog Island Boa ein Wurf mit der Hälfte "Sunset Cross Boas". Verpaart man diese wieder miteinander sind ein Viertel des Wurfs so genannte "Sunset-Boas". Dabei ist jedoch zu beachten, dass dies erst bei einer Blutline der Fall war und Tiere wie auf dem Foto zu sehen dabei herausgekommen sind. Die Rede ist von den Tieren die von Damian Salgado gezüchtet wurden. Die Tiere die mittlerweile Großteils in Europa als Sunset oder Sunset Cross angeboten werden, sollten richtiger weise "Hypo Hog" oder "Hypo Hog Cross" genannt werden. Insbesondere da es zwar schöne Tiere sind, aber wohl nicht an die Färbung der Originalen Sunset Linie herankommen werden.

Sunset
Vererbung: Unbekannt + Co-dominant
Foto: Damian Salgado

 

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